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Alsfeld ist sauber
18.05.2018

Ein Stück lebendiger Alsfelder Marktgeschichte

Wie alt ist eigentlich der Alsfelder Pfingstmarkt? Diese Frage stellten sich kürzlich auch die ehrenamtlichen Stadtarchivare Michael Rudolf, Dr. Norbert Hansen und Hans-Jürgen Stinder und begaben sich auf die Suche. Dabei wurden sie fündig und förderten ein wahres „Schätzchen“ im Alsfelder Stadtarchiv zutage: das Original der Urkunde, in der Landgraf Ludwig VI. am 18. September 1668 der Stadt das Privileg eines „freien, offenen Jahr-Marktes“ zugestand.

Stolz präsentierten die Stadtarchivare das wichtige und wertvolle Dokument der Alsfelder Stadtgeschichte der Presse. Ein stark gefaltetes, aber dennoch gut erhaltenes Dokument, komplett mit landgräflichem Siegel, das scheinbar sehr lange nicht mehr in die Hand genommen worden ist und „den Eindruck erweckt, als sei es erst vor wenigen Tagen geschrieben worden“, so Bürgermeister Stephan Paule, dem die Begeisterung für dieses Stück lebendiger Geschichte anzumerken war.

Es ist äußerst selten, dass Originale noch in den jeweiligen Stadtarchiven vor Ort zu finden sind. Die Suche an den Standorten des Hessischen Staatsarchiv ergab zunächst einen Fund in Darmstadt, wo jedoch nur der Nachdruck der Urkunde aufbewahrt wird. Der Besitz eines solchen Originaldokuments bezeichneten die Archivare einhellig als absoluten Glücksfall. Doch was steht nun in dieser Urkunde?

Landgraf Ludwig VI. gewährte damit „auf Wunsch der Alsfelder“, der Stadt das Privileg, einen offenen, freien Jahr-Markt zu veranstalten. Dem „freien“ ging ein „unfreier“ Markt voraus, auf dem es nur den Alsfelder Händlern erlaubt war, ihre Waren zu verkaufen. So ist aus dem Jahr 1558 eine Beschwerde der Alsfelder Schuhmacher überliefert, die die Anwesenheit von ortsfremden Händlern beklagten. Somit ist der eigentliche Markt sogar noch wesentlich älter. Interessant ist auch die Überlieferung, dass der Markt zunächst am Walpurgistag (30. April) stattfand, aber dann aufgrund eines Konfliktes mit der Messe in Marburg auf den Dienstag nach Pfingsten verlegt wurde. Der unfreie Markt sei also die „Keimzelle“ und das Dokument die Geburtsurkunde des heutigen Pfingstmarktes. Dieses zugesicherte Recht und die Ausstellung der Urkunde feiere also dieses Jahr sein 350. Jubiläum, erläuterte Michael Rudolf in seinem spannenden Bericht im Stadtarchiv. „Die Alsfelder Märkte sind ein vielgestaltiges Thema“, ergänzte Dr. Norbert Hansen.

Der Markt sei für die Menschen damals gewesen, was heute der „Samstags-Shoppingausflug nach Frankfurt“ ist, so Bürgermeister Stephan Paule. Wie man sich das Markttreiben auf dem Alsfelder Marktplatz in früheren Zeiten in etwa vorzustellen hat, illustrierten alte Postkarten, die von Andreas Lenth präsentiert wurden.

Die Urkunde macht einem wieder bewusst, wie alt die Traditionen schon sind, die in der Stadt Alsfeld noch gelebt werden. Es sei wünschenswert, dass der Krammarkt noch lange gepflegt wird und erhalten bleibt.

Der Schüler Nicolas Schneider hat nun das wertvolle Dokument abfotografiert und es wird der Stadtverwaltung in Kürze digital zur Verfügung gestellt. Eine Abbildung wird auch ihren Weg in den neuen Kalender des Geschichts-Leistungskurses der Albert-Schweitzer-Schule finden. Der Kalender „Alsfelder Stadtgeschichte aus sechs Jahrhunderten – Was Jubiläen und Jahresanlässe über uns erzählen“ wird am 24. August im Rathaus präsentiert. Nicolas Schneider und sein Klassenkamerad Christian Ermel freuten sich zusammen mit Michael Rudolf über die Unterstützung des Bürgermeisters für dieses Schulprojekt.

Ausführliche Informationen über den Urkundenfund und das Marktrecht zum Pfingstmarkt finden Sie im Artikel der Oberhessischen Zeitung vom 16. Mai 2018, Seite 15.

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