
Im Rahmen der Europawoche veranstaltete die Europa-Union Vogelsbergkreis gemeinsam mit der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld am Donnerstag, 07. Mai 2026, eine gut besuchte Diskussions- und Informationsveranstaltung unter dem Titel „Europa – Dein Raum voller Möglichkeiten“. Die Veranstaltung richtete sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweitzer-Schule sowie der Max-Eyth-Schule und stellte die Bedeutung Europas für die junge Generation in den Mittelpunkt.
Begrüßt wurden die Gäste zunächst vom stellvertretenden Schulleiter der Albert-Schweitzer-Schule, Thomas Weidemann. Im Anschluss sprach der Kreisvorsitzende der Europa-Union Vogelsbergkreis und Bürgermeister der Stadt Alsfeld, Stephan Paule, über die Arbeit des Kreisverbandes sowie die Bedeutung der europäischen Einigung gerade in herausfordernden Zeiten. Unter den Gästen befanden sich auch Mitglieder der Europa-Union sowie Schulleiter Christian Bolduan.
Als Gastredner konnte der Generalsekretär der Europa-Union Deutschland, Christian Moos, gewonnen werden. In seinem Vortrag ging er auf die historischen Errungenschaften Europas sowie die aktuellen politischen Herausforderungen ein. Besonders hob er hervor, dass Frieden und Stabilität in Europa keine Selbstverständlichkeit seien. Erst seit 1951 sei durch die europäische Zusammenarbeit eine dauerhafte Friedensordnung entstanden. Zuvor hätten Kriege und Unsicherheit den Kontinent geprägt.
Moos erinnerte zudem an die Anfänge der europäischen Einigung rund um den französischen Politiker Robert Schuman, einen der Gründungsväter Europas. Nach den Erfahrungen von Krieg und Zerstörung sei es gelungen, ehemalige Gegner wie Deutschland und Frankreich durch gemeinsame Interessen und Zusammenarbeit zu Partnern und Freunden zu machen. Dies sei ein historischer Erfolg Europas.
Mit Blick auf aktuelle Herausforderungen sprach Moos über den Krieg außerhalb der Europäischen Union sowie die Notwendigkeit, Frieden, Demokratie und Stabilität aktiv zu schützen. Dabei betonte er, dass junge Menschen Europa mitgestalten und sich politisch engagieren sollten – gerade auch dann, wenn Entwicklungen kritisch gesehen würden. Europa lebe vom Mitmachen seiner Bürgerinnen und Bürger.
Positiv bewertete Moos demokratische Entwicklungen innerhalb Europas und unterstrich die Bedeutung der Europäischen Union als Gemeinschaft von rund 460 Millionen Menschen. Gemeinsame Lösungen und europäische Zusammenarbeit seien wichtiger denn je. Langfristig müsse Europa auch Perspektiven für Frieden und Verständigung mit Russland offenhalten.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung beantwortete Moos zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler. Dabei ging es unter anderem um die digitale Abhängigkeit Europas von den USA. Zwar arbeite die Europäische Union daran, eigene Cloud- und Technologieangebote aufzubauen, jedoch sei Europa in vielen Bereichen noch nicht unabhängig genug.
Auch die mögliche Aufnahme weiterer Staaten, insbesondere aus dem Balkan, wurde diskutiert. Moos sprach sich dafür aus, diese Länder perspektivisch stärker an Europa zu binden und ihre wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Zudem plädierte er für eine stärkere politische und verteidigungspolitische Zusammenarbeit innerhalb Europas sowie für einen gemeinsamen europäischen Kapitalmarkt mit einheitlichen Regeln.
Abschließend machte Moos deutlich, dass Europa nicht jede Herausforderung allein lösen könne. Um Wohlstand, Frieden und Stabilität zu sichern, brauche es jedoch eine engagierte junge Generation, die Verantwortung übernimmt und die Zukunft Europas aktiv mitgestaltet.
