Der Landrat des Vogelsbergkreises hat den Haushalt der Stadt Alsfeld für das Jahr 2026 genehmigt. Dies teilt Bürgermeister Stephan Paule in einer Pressemitteilung mit. Die Stadtverwaltung Alsfeld wird somit formell haushaltswirtschaftlich handlungsfähig. Steuern und Gebühren werden nicht erhöht. Der Haushaltsplan und der Wirtschaftsplan der Stadtwerke, die am 4. Dezember 2025 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurden, werden mit der für den 7. März vorgesehenen öffentlichen Bekanntmachung offiziell rechtskräftig.

„Die Genehmigungsverfügung vom 26.02.2026 spricht für die solide Arbeit der städtischen Verwaltung und für die Kommunalfreundlichkeit der Genehmigungsbehörde,“ lobte der Bürgermeister. Zum zweiten Mal, nachdem Alsfeld 2012 aufgrund seiner desolaten Haushaltslage unter den kommunalen Schutzschirm schlüpfen musste, ist wieder der Landrat des Vogelsbergkreises für die Alsfelder Haushaltsgenehmigung zuständig.

Der Haushalt ermöglicht Investitionen der Stadt im laufenden Jahr bis zu einer Gesamthöhe von rund 14 Mio. Euro. Unter den 2025 umzusetzenden Investitionsprojekten sind u. a.: Sanierung und Umbau der Mehrzweckhalle Leusel und der KITA Berfa, die Sanierung des Minnigerodehauses (Stadtmuseum) mit Anbau, die Erschließung des Baugebiets Rudolfswiesen in Angenrod, die denkmalrechtliche Sanierung von Rathaus und Hochzeitshaus (ISEK), die Sanierung des Kirchplatzes (ISEK), des Parkplatzes „Hinter der Mauer“ und weitere Infrastrukturmaßnahmen wie das Neubaugebiet am Reibertenröder Weg.

„Bei einem Gesamtvolumen von ca. 52 Mio. Euro, mit Rücklagen von rund 30 Mio. Euro und einem Kontostand von über 20 Mio. Euro flüssiger Mittel, die wir in den Jahren 2014-2024 durch solide Haushaltsführung anhäufen konnten, kann das diesjährige Defizit von ca. 2,9 Mio. Euro aus eigener Kraft kompensiert werden,“ ergänzte Ilona Merle-Hahn, die Haushaltsbeauftragte der Stadtverwaltung.

Der Landrat hat die Genehmigung mit einigen Hinweisen versehen: Der Magistrat habe „abzuwägen, ob und welche der etatisierten Aufwendungen und Auszahlungen im Haushaltsplan tatsächlich in Anspruch genommen werden müssen.“ Insbesondere Investitionsvorhaben seien „genauestens auf ihre Notwendigkeit und ihre Folgebelastungen“ hin zu überprüfen. Pflichtaufgaben gehen vor freiwilligen Leistungen.

Der Bürgermeister machte deutlich, dass man die aktuellen finanziellen Herausforderungen entschlossen angehen müsse. Die Stadt werde wie geplant weiter in Infrastruktur und Stadtentwicklung (Gewerbe/ Wohnen/ Soziales/ Infrastruktur) investieren. Jedem müsse aber klar sein, dass Alsfeld nicht dauerhaft von der Rücklage leben könne. Bis die schlimmsten Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise vorbei seien und sich die Einnahmen wieder erholten, werde es zunächst keine großen finanziellen Spielräume geben, warnte der Rathauschef. „Was wir uns heute leisten, um die Wirtschaft nicht abzuwürgen, müssen wir und die nächste Generation irgendwann zurückzahlen,“ war sich Paule sicher. Er betonte, dass auch in diesem Jahr keine Erhöhung von Steuern und Gebühren der Stadt Alsfeld erfolgt.