
Während draußen Frost und kurze Tage den Alltag bestimmten, herrschte im Alsfelder Erlenbad reger Betrieb – nicht zuletzt dank des Fördervereins „Badefreu(n)de“ e.V., der in den Wintermonaten Dezember und Januar mit viel Engagement für leuchtende Kinderaugen und bewegte Nachmittage sorgte.
Seit Jahren setzt sich der Verein dafür ein, das Schwimmen in Alsfeld attraktiv und für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. Gerade für Kinder sollen Hürden niedrig gehalten werden – finanziell ebenso wie organisatorisch. „Schwimmen ist nicht nur Freizeitvergnügen, sondern eine wichtige Lebenskompetenz“, betonen die Verantwortlichen. Entsprechend groß ist der Einsatz, besonders in der dunklen Jahreszeit, wenn Bewegung im Warmen besonders willkommen ist.
Eine liebgewonnene Tradition führten die Badefreu(n)de auch im vergangenen Dezember fort: Kurz vor den Weihnachtsferien wurden erneut Gutscheine für Hallenbadeintritte an schwimmerischen Nachwuchs verschenkt. Bislang hatte der Förderverein dabei jährlich vor allem die Kindergärten der Region bedacht – in manchen Jahren, etwa vor den Osterferien, auch zusätzlich, wenn vor Weihnachten nicht alle Einrichtungen erreicht werden konnten. Künftig soll der Kreis der Begünstigten erweitert werden: Neben den Kindergärten möchten die Badefreu(n)de regelmäßig auch die ersten Klassen der Grundschulen einbeziehen und die Gutscheine in einem wechselnden Turnus verteilen.
Ziel dieser Aktionen ist es, Kindern unabhängig vom Geldbeutel der Eltern den Zugang zum Hallenbad zu ermöglichen, Ängste vor Wasser und Tiefe abzubauen und spielerisch Sicherheit zu gewinnen. Denn: Schwimmen zu können ist elementar. Spätestens wenn im Sommer der heimische Pool lockt oder im Urlaub das Meer und Hotelanlagen mit großen Becken warten, können Eltern beruhigt sein, wenn ihr Kind sich sicher im Wasser bewegt.
In diesem Winter wagte der Förderverein erstmals diesen neuen Schritt: Vorstandsmitglieder überreichten Gutscheine an Kinder aus den ersten Klassen der Alsfelder Grundschulen – der Stadtschule sowie der Gerhart-Hauptmann-Schule. Bevor die kleinen Präsente den Besitzer wechselten, kamen die Ehrenamtlichen mit den Kindern und ihren Lehrkräften ins Gespräch über das Schwimmen. Erstaunlich viele Erstklässler berichteten dabei stolz, dass sie bereits schwimmen könnten und sogar im Erlenbad einen Kurs besucht hätten – eine Nachricht, die die Badefreu(n)de besonders freute. Dennoch nahmen die Sechs- bis Siebenjährigen ihre vorweihnachtlichen Überraschungen mit strahlenden Gesichtern entgegen.
Zwischen den Jahren verwandelte sich das Erlenbad zudem an drei Terminen in einen Ort der Fantasie. Unter dem Motto „Alsfelder Märchenhaus on Tour“ lud der Förderverein Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren zu sogenannten „Märchen-Grotten“ in die Salzgrotte der Freizeiteinrichtung ein, die sich mitten im Bad befindet. In gemütlicher Höhlenatmosphäre oder auf bequemen Liegen lauschten die jungen Gäste – während sie die salzhaltige Luft einatmeten, die als wohltuend für Atemwege, Immunsystem und Entspannung gilt – den Geschichten der Alsfelder Märchenerzählerin Silvia Völker.
Eine Stunde lang entführte sie ihr Publikum in ferne Königreiche, stellte Rätsel und sorgte dafür, dass keine Minute langweilig wurde. Die Resonanz war überwältigend – bei Kindern wie Organisatoren. Auch die 66-jährige Erzählerin selbst zeigte sich begeistert: Seit 17 Jahren ist sie als zertifizierte Märchenerzählerin im Alsfelder Märchenhaus nahe dem Rathaus aktiv und Mitglied der Alsfelder Marktspielgruppe. Die Freude an den Märchen-Grotten war so groß, dass schnell beschlossen wurde, dieses Angebot künftig weiter in den Weihnachts- und Herbstferien fortzuführen – gerade dann, wenn die Erkältungszeit beginnt.
Darüber hinaus konnten die Badefreu(n)de Silvia Völker für ein weiteres Projekt gewinnen: In der für den Sommer 2026 geplanten Veranstaltungsreihe „BäderKultur“, die nach siebenjähriger Pause infolge von Pandemie und Umbau nun ihre zweite Auflage erlebt, wird sie an einem Termin internationale Märchen für Kinder und Erwachsene erzählen – tief unten am Beckenboden des Hallenbades, wenn dieses im Sommer erneut zur besonderen Bühne wird.
So wurde das Alsfelder Erlenbad in den vergangenen Wochen nicht nur zum Ort sportlicher Aktivität, sondern auch zu einem Platz, an dem Gemeinschaft, Fantasie und ehrenamtliches Engagement zusammenkamen. Der Förderverein kündigt bereits an, auch künftig mit kreativen Ideen und tatkräftigem Einsatz das Bad zu unterstützen. Denn eines ist für die Badefreu(n)de klar: Wer früh Freude am Wasser findet, trägt sie oft ein Leben lang mit sich.
Die Badefreu(n)de freuen sich über weiteren Zuwachs und jede Form der Unterstützung – sei es durch neue Mitglieder, helfende Hände bei Aktionen oder finanzielle Beiträge. Wer sich für die Arbeit des Fördervereins interessiert oder selbst mitwirken möchte, kann sich jederzeit an den Verein wenden und ist herzlich eingeladen, Teil dieser engagierten Gemeinschaft zu werden, die das Alsfelder Erlenbad mit viel Herzblut begleitet.

Die Erstklässler der Alsfelder Stadtschule und der Gerhart-Hauptmannschule konnten sich über Gutscheine für das Hallenbad freuen.