Vor rund zwei Jahren traf sich Alsfelds Stadtbrandinspektoren-Trio Daniel Schäfer, Carsten Schmidt und Kevin Planz mit dem Revierleiter Tobias Behlen, um die Waldbrandgefahr im Alsfelder Waldgebiet auszuloten. Schnell konnte ein möglicher Einsatzort benannt werden: die sogenannte „Elbenröder Dick.“ Viel Kiefernadelwald, schwacher sandiger Boden und Hanglage boten ideale Bedingungen. So entstand die Idee einer Waldbrandübung im größeren Stil.

Die Ausbildung in der Wald- und Flächenbrandbekämpfung ist in den letzten Jahren bei den Feuerwehren verstärkt in den Fokus gerückt. So ließ man sich in Alsfeld bereits 2024 durch Experten internationaler Ausbilder von @Fire weiterbilden. In den Jahren 2025/26 wurde die Ausbildung in diesem Einsatzbereich weiter forciert. Die Übung am Wochenende bildete dazu vorerst den Abschluss.

Zur Übung:

Personalansatz:

Am Samstagmorgen, pünktlich um 09:00 Uhr, startete die Übung. Die Öffentlichkeit wurde diesmal bewusst vorab nicht informiert, um möglichst realitätsnah üben zu können.

Übungsleiter Carsten Schmidt lud neben den betroffenen Stadtteilen Berfa und Elbenrod/Hattendorf auch die Kernstadt sowie Leusel, Eudorf, Lingelbach und Eifa zur Übung ein. Auch die Feuerwehr aus Ottrau unter der Leitung von Gemeindebrandinspektor Markus Eyth war mit von der Partie. Die Gemeinde Schwalmtal unterstützte unter der Leitung von Heiko Steuernagel mit ihrem Tanklöschfahrzeug und dem Gerätewagen Logistik des Katastrophenschutzes Hessen auf Unimog-Fahrgestell.

Der Kreisverband Alsfeld des Deutschen Roten Kreuzes stellte mit seinem Kreisbereitschaftsleiter Henning Schmehl die Sanitätsabsicherung der Übung mit Fachpersonal sicher und unterstützte die Einsatzleitung mit seiner Drohnenstaffel. Geleitet wurde der Einsatz im Verlauf aus dem Einsatzleitwagen des Vogelsbergkreises mit Unterstützung der zugehörigen Informations- und Kommunikationsgruppe für die der Schottener Feuerwehrkameraden Marcus Koller verantwortlich zeichnet.

Ganz ohne öffentliche Ankündigung herrschte am Samstagmorgen reger Betrieb, als zahlreiche Einsatzfahrzeuge aus Alsfeld, Ottrau, Schwalmtal und vom Kreisverband Alsfeld des Deutschen Roten Kreuzes anrückten. Große Augen machten einige Berfaer Bürger, als ein Polizeifahrzeug durch den Ort fuhr, gefolgt von zwei Wasserwerfern 10000 der Bundespolizeiabteilung Hünfeld. Insgesamt waren rund 130 Einsatzkräfte aus drei Landkreisen der Einladung der Feuerwehr Alsfeld gefolgt.

Angenommene Lage:

Seit 20 Tagen herrscht Trockenheit. Die Temperatur lag seit 10 Tagen täglich acht Stunden über 30 °C. Die Luftfeuchtigkeit beträgt ebenfalls seit 10 Tagen unter 30 %. Der Wind weht aus Südwest mit 35 km/h. Deshalb entwickelte sich aufgrund ungeklärter Ursache ein rund 300 Meter langer Feuersaum eines Bodenfeuer, der weiter hangaufwärts läuft. Zudem haben sich zwei weitere „Spotfeuer“ gebildet.

Der Übungseinsatz:

Die eingesetzten Kräfte fuhren zu Übungsbeginn von ihren Heimatstandorten aus los. Die Feuerwehren Berfa und Elbenrod/Hattendorf fuhren bereits zu Beginn in den Wald ein und suchten das Feuer.

Einsatzleiter Kevin Planz, der mit dem Alsfelder Einsatzleitwagen anrückte, teilte nach seiner Ankunft die Einsatzkräfte auf. Der Eifaer Feuerwehrmann Benjamin Klein richtete am Berfaer Sportplatz den Bereitstellungsraum ein, den zunächst alle Einsatzkräfte anfuhren.

Alsfelds stellvertretender Wehrführer Sascha Knaust übernahm den Abschnitt Brandbekämpfung, Tobias Riemann den Abschnitt Löschwasserversorgung. Zu Beginn der Übung transportierten die Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr Wasser in den Wald.

Im weiteren Verlauf nutzten die Ottrauer Feuerwehrkameraden einen Waldteich – eine anspruchsvolle Aufgabe, da die fast 200 kg schwere Pumpe quer durch den Wald getragen werden musste. Abschnittsleiter Tobias Riemann stand mit seinem Team vor der Aufgabe, eine rund 1.600 Meter lange Schlauchstrecke im Wald zu verlegen. Mit Unterstützung zahlreicher Stadtteile und vier Verstärkerpumpen förderten sie rund 1.000 Liter Wasser pro Minute von der Biegemühle aus der „Berf“ hangaufwärts in den Wald.

Dass allein drei Kreisausbilder Maschinist in seinem Abschnitt tätig waren, die für die Ausbildung rund um Pumpen und Wasserförderung verantwortlich zeichnen, zeigt den hohen Ausbildungsstand der Feuerwehren. Im Abschnitt Brandbekämpfung konnte Sascha Knaust zahlreiche Strahlrohre an den drei fiktiven Brandstellen einsetzen lassen.

Die Einsatzleitung um Einsatzleiter Kevin Planz bestand aus den Gemeindebrandinspektoren Heiko Steuernagel und Markus Eyth, dem Alsfelder Feuerwehrmann und Rettungsingenieur Mathis Kruse, Tobias Behlen sowie der Stadträtin Angelika Schäfer, die sich vor Ort ein Bild der Lage machte.

Gerade den Einsatz der Drohnenstaffel des DRK-Kreisverbandes bezeichnete Kevin Planz als echten „Gamechanger“ bei einer solchen Flächenlage. Durch das Zusammenwirken der verschiedenen Einsatzunterstützungseinheiten besteht für die Einsatzleitung die Möglichkeit, in Echtzeit über die Lage informiert zu sein.

Alsfelds Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer war während der gesamten Übung als Beobachter im Wald unterwegs und konnte sich so ein Bild von der Schlagkraft aller Einheiten machen.

Abschluss:

Im Anschluss an die rund dreieinhalbstündige Übung lud man alle Einsatzkräfte zu einem gemeinsamen Mittagessen ins Alsfelder Feuerwehrhaus ein welches durch die Einsatzunterstützungsgruppe der Feuerwehr Alsfeld-Mitte vorbereitet wurde. Bei der anschließenden Abschlussbesprechung dankten Carsten Schmidt, Kevin Planz und Tobias Behlen nochmals allen Einsatzkräften für die Teilnahme an der Übung im Namen der Stadt Alsfeld und von HessenForst. Man zeigte sich sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis der Großübung.

Abschließend nutzten zahlreiche Einsatzkräfte die Gelegenheit, sich die Wasserwerfer aus Hünfeld genauer anzuschauen. Nach dem Einsatz im Wald hätten viele sie am liebsten direkt in RAL 3000 (feuerrot) umlackiert.


alle Bilder: Feuerwehr der Stadt Alsfeld